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Eine faszinierende Landschaft ganz nach italienischem Geschmack, eifrig-herzliche Gastfreundschaft an den Kreuzungspunkten zwischen Handel und Tourismus, wo die Farben des Meeres sich mit denen der grünen Mittelmeermacchia in einer Natur vermischen, die ihre Üppigkeit dem immer milden Klima verdankt, das keine Jahreszeiten zu kennen scheint. Olivenhaine, Weinberge und Orangenplantagen beherrschen denn auch die hügelige Landschaft, unterbrochen von den Zierpflanzenkulturen. Diese zeugen von des Menschen unermüdlicher Arbeit als Ausdruck einer fast tausendjährigen Kultur, infolge derer das Landschaftsbild radikale Veränderungen erfuhr. Längs der Küste Strände und Gärten, gemütliche Hotels und vom Grün umgebene Villen. Weiter oben dann in den Tälern antike Dörfer als Felsennester, Berge und Weideninmitten von unberührter Natur. An der Grenze zwischen Italien und Frankreich die rötlichen Felsen des Kap Mortola, wo der Mensch seit der Altsteinzeit seine Spuren hinterließ. In unmittelbarer Umgebung die Hanbury-Gärten, eine einzigartige Anlage hinsichtlich Landschaftsgestaltung, geo-morphologischer Bedingungen, Mikroklima und botanischer Vielfalt.

Farben, Düfte und Aromen der Riviera trifft man natürlich auch in Form einer einfachen, aber appetitlichen Küche an. Von der "Armenküche" sprach man einst, deren Hauptingredienz das Gemüse in allen Variationen darstellt, wobei als einzige Zutat reines Olivenöl verwendet wird, das aus der schwarzen Taggiasca-Olive gewonnen wird. Eine schwarze, nicht zu große, fleischige Olive mit kleinem Kern. Ihren "Saft" sollte man nicht einfach Öl nennen, sondern aufgrund der außergewöhnlichen Gütequalität vielmehr von "ausgepreßten Oliven" sprechen. Es handelt sich also um Gerichte an der Riviera, deren fast unbeschreibliche Delikatesse mit der Leichtigkeit der Würzmittel einhergeht. Gerichte, die auch zu besonderen Gelegenheiten passen, vielleicht mit einem kleinen exotischen Clou versehen, und auf jeden Fall dem Begriff der "mediterranen Diät" gerecht werden. Deren unkomplizierte und leicht zuzubereitende Mahlzeiten ideal für eine gesunde Ernährung sind. Gerichte, die antiken Bauernrezepten neues Leben verleihen, ungewöhnliche Aromen aufweisen und immer schnitt- und pflückfrisch aus dem Gemüsegarten oder anliegenden Wald kommen. Nicht-einheimische Gewürze sind so gut wie unbekannt, eine Ausnahme bildet in Maßen genossener Pfeffer, Muskatnuß und Peperoncino.
Die Speisen werden auf dem Holzkohlenfeuer zubereitet wie z.B. die Pasta "cu-a pumata", ein weicher Mürbeteig, der auf den ersten Blick einer Pizza gleicht, aber doch alles andere als die neapoletanische Pizza ist. Wie die mit magerem Fleisch gefüllten Kürbisblüten. Wie die Gemüsetorten, deren Inneres von einem hauchdünnen Teigmantel umgeben ist und die je nach Saison eine andere Gemüsesorte verwenden: jungen Mangold, Boretsch, Erbsen, Artischocken, Trompeten-zucchini und gelben Kürbis. Auf heißen Steinplatten wird an einigen Orten der Riviera gesalzener Kabeljau geröstet, um ihn sodann feingeschnitten mit gekochten weißen Bohnen,süßsauren Peperoncini und Olivenöl anzurichten. Geröstet werden auch die sogenannten "curunéte", ungeschälte Bratkartoffeln, die an einem Faden wie ein Rosenkranz aufgezogen sind. Ist der Faden einmal gerissen, werden sie gut gesalzen mit der ganzen Schale verzehrt. Der "cundiun" hebt dagegen die Frische der gesunden Gemüsetomate hervor, ebenso die getrocknete Version "pumate séche". In der Sonne getrocknet, von einem Basilikumblatt umhüllt, in Öl eingelegt und nach antikem Rezept in einem Einmachglas konserviert, bewahren sie in den Wintermonaten Geschmack und Aroma.
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